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"Re­gio­na­le Wert­schöp­fung bringt Vor­tei­le für den ge­sam­ten Raum" - Drit­tes Ar­beits­tref­fen des "Netz­werks Kli­ma­schutz" der ILE Klos­ter­win­kel

 

Zu Jahresbeginn erst gegründet, trafen sich die Vertreter der ILE Klosterwinkel Anfang Juni bereits zu Ihrem dritten Arbeitstreffen im "Netzwerk Klimaschutz".

In seiner Begrüßung dankte der ILE-Vorsitzende, Bürgermeister Karl Obermeier, den Anwesenden für Ihre Bereitschaft, auf kommunaler Ebene diese herausfordernde Aufgabe mutig anzugehen. Insbesondere begrüßte er den Referenten, Herr Thomas Gollwitzer, vom Institut für Energietechnik (IfE) der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.

Zu Beginn berichtete Herr Gollwitzer, dass bereits in der kurzen Phase, die seit der Gründung Ende Januar vergangen war, aus nahezu allen Kommunen eine Reihe interessanter Projektanfragen eingegangen sind, die in Amberg intensiv geprüft werden bzw. teilweise bereits vor der Umsetzung stehen. Zu der aktuell unsicheren Entwicklung in Sachen Energiesicherheit informierte er über verschiedene Überlegungen der Bundesregierung, wie z. B. die Einführung einer sog. "Gas-Umlage". Im Anschluss informierte er über eine Auswahl an Förderprogrammen, welche für die ILE-Kommunen infrage kommen. Exemplarisch wurde die sog. "Kommunale Klimaförderung" genannt, deren Zielvorgaben diverse Maßnahmen zur CO2-Einsparung haben und eine Förderquote von bis zu 90% beinhalten. 

Thematischer Schwerpunkt des Treffens war der Bereich der Regionalen Wertschöpfung. "Wertschöpfung beschreibt die Summe aller wirtschaftlichen Leistungen. Von Regionaler Wertschöpfung spricht man, wenn von diesem Wert die von außerhalb einer Region erbrachten Leistungen abgezogen werden", so Gollwitzer. Auf das Beispiel Energeiversorgung bezogen gab er an, dass derzeit große Geldsummen für Heizöl, Erdgas und Sprit ins Ausland abfließen. Allein für das Gebiet der zehn ILE-Kommunen rechnete er vor, dass durch die gewerbliche und private Nutzung von fosslilen Energieträgern jährlich 100 Mio. Euro Kosten anfallen. Durch den sinnvollen Ausbau der regional vorhandenen Potentiale für erneuerbare Energien kann dieser "Wegfluss von Kapital" aus der Region verringert und im günstigen Fall sogar Zusatzeinnahmen für die Region geschaffen werden. Da dies nur mit einer hohen Akzeptanz bei der Bevölkerung einhergehen kann, ist eine strategische Herangehensweise durch Schaffung eines durchdachten Standortkonzeptes eine unabdingbare Grundlage.

In der anschließenden Diskussion warnten die anwesenden Vertreter vor den massiven sozialen und finanziellen Folgen der Energiekrise, welche jeder Einzelne schmerzhaft zu spüren bekommen wird. "Die meisten sind noch nicht so weit, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben, die Prognosen für den Winter sind alarmierend", so Karl Obermeier. "Je früher wir aktiv werden, uns mit den vorhandenen Fragen im Energiesektor in die politischen Diskussionen einzubringen, umso größer werden die kommunalen Gestaltungsmöglichkeiten". Um entsprechende Grundlagen zu schaffen, vereinbarten die Kommunen, zeitnah mit dem Austausch relevanter Informationen, wie die Kriterien-Vorgabe bei Bauanfragen für entsprechende Anlagen zu Absicherung der Energieversorgung zu beginnen.

Bürgermeister Manfred Hammer aus Fürstenzell betonte am Ende:" Gerade im Bereich des Klimaschutzes zeigt sich auf vielfältige Weise, dass die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit viele Synergie-Effekte schafft. Wir wollen diese Entwicklung weiterhin ausbauen, zumal allen Bürgermeistern die kommunale Vorbildfunktion bewusst ist." In diesem Zusammenhang sei man der OTH Amberg-Weiden und deren kompetenter Unnterstützung sehr dankbar.